Philosophie en miniature: Tiere in Zitaten

„Was eine einzige Katze uns lehrt, lehren uns alle: So viel wie möglich nehmen, ohne zu geben, und dann ab in die Falle.“

(Robert Gernhardt)

„Alle Natur ist so etwas wie externalisierte Psyche, nicht bloß Spiegel der Seele.“

(Paul Shepard)

„Die Tiere bedürfen des Menschen. Es ist die Ehre der Schopenhauerschen Philosophie, dass sie die Einheit von uns und ihnen ganz ins Licht gerückt hat. Die größeren Gaben des Menschen, vor allen die Vernunft, heben die Gemeinschaft, die er mit den Tieren fühlt, durchaus nicht auf. Die Züge des Menschen haben zwar eine besondere Prägung, aber die Verwandtschaft seines Glücks und Elends mit dem Leben der Tiere ist offenbar.“

(Max Horkheimer)

„Zweck sein selbst ist jedes Tier“

(J. W. Goethe)

„Das Tier erreicht die Moderne vielgestaltig, weil im Zeichen der dieser Moderne eigenen Ausdifferenzerung: Es erreicht die Moderne als Wissenschaftsobjekt und Wissensfigur, als Menschenersatz und Übertier, weniger abstrakt, es erreicht die Moderne als zunehmend industriell gefertigtes Nahrungsmittel und Plüschtier, als Gegenstand von Unterhaltung und Forschung, in Schlachthöfen und im Zirkus, in den Labors und in den Kinderzimmern, in Pet-Shops und in Taubenschlägen, als Objekt der Erinnerung und als Subjekt des bloßen Lebens, als Haupttext und als Fußnote des Menschen.“

(Benjamin Bühler/Stefan Rieger)

„Der Mensch ist die tödliche Krankheit des Tieres.“

(Alexandre Kojève)

„Die Augen des Tieres haben das Vermögen einer großen Sprache. Selbstständig, ohne einer Mitwirkung von Lauten und Gebärden zu bedürfen, am wortmächtigsten, wenn sie ganz in ihrem Blick ruhen, sprechen sie das Geheimnis in seiner naturhaften Einriegelung, das ist in der Bangigkeit des Werdens aus. Dieser Stand des Geheimnisses kennt nur das Tier, nur es kann ihn uns eröffnen. […] Ich sehe zuweilen in die Augen eines Hauskatze […] Diese Katze begann ihren Blick unbestreitbar damit, mich mit dem unter dem Anhauch meines Blicks aufglimmenden zu fragen: ‚Kann das sein, dass du mich meinst? Willst du wirklich nicht bloß, dass ich dir Späße vormache? Gehe ich dich an? Bin ich dir da?‘ […] Da war der Blick des Tiers, die Sprache der Bangigkeit groß aufgegangen – und da ging er schon unter. Mein Blick war freilich ausdauernder; aber er war der strömende Menschenblick nicht mehr“

(Martin Buber)

„Es hat eine lange Geschichte der Tiere ohne den Menschen gegeben, die Geschichte des Menschen ohne die Tiere ist jedoch nicht denkbar. Der Menschen ältere Brüder sind die Tiere.“

(Paul Münch)

„Omnes leones leonizare“

(Nikolaus von Kues)

„Mit guten Gründen lässt sich bezweifeln, dass die konventionelle Rede von einer Beziehung zwischen Menschen und Tieren zu tauglichen Schlussfolgerungen führen kann, solange sie als Apriori auszeichnet, was historisch erst spät aufgetreten ist, nämlich die generalisierende Differenz zwischen Mensch und Tier.“

(Thomas Macho)

„Für den, der zugibt, dass Tierquälerei überhaupt möglich ist, muss das Verbot der Tierquälerei unmittelbar aus dem Sittengesetz folgen.“

(Leonard Nelson)

„Wir alle stehen wie Kinder gegenüber den Tieren. Sie sind für uns wie alte Eltern.“

(Brigitte Kronauer)

„Das Tier wäre leichter zu verstehen, wenn es entweder im Großen und Ganzen dümmer oder im Großen und Ganzen klüger wäre.“

(William James)

„Wenn Tiere nicht existierten, wäre die menschliche Natur noch unverständlicher.”

(Georges-Louis Buffon)

„Immer wenn man ein Tier genau betrachtet, hat man das Gefühl, ein Mensch, der drin sitzt, macht sich über einen lustig.“

(Elias Canetti)

„Tiere haben manchmal etwas an sich, was einem unwillkürlich die Frage in den Mund legt, was für Wesen sie eigentlich seien. Man fühlt sich beinahe versucht, sie für verwandelte Menschen zu halten.“

(Selma Lagerlöf) 

„Kein anderes Geschöpf weiß so viel zu leben, wie der Vogel lebt. Ihm ist der längste Tag kaum lang genug, die kürzeste Nacht kaum kurz genug. Er will wach, munter, fröhlich die Zeit durchmessen, die ihm vergönnt ist.“

(A. E. Brehm)

„Überall verschwinden die Tiere. In den Zoos sind sie das lebende Monument ihres eigenen Untergangs geworden.“

(John Berger)

Advertisements

2 Kommentare zu “Philosophie en miniature: Tiere in Zitaten

  1. Du hast hier eine sehr interessante Seite gestartet und du gibst dir sichtlich Mühe. Viele deiner Beiträge sind sehr lesenswert. Ich hoffe, du verlierst nicht die Motivation und wirst weiterhin diese Seite aktualisieren.
    Ich habe die ganzen Zitate hier gelesen, muss aber sagen, dass ich höchstens bei 1-2 auch nur ansatzweise das Gefühl habe, dass sie die Spähre zum Tier aufstoßen. Die meisten Zitate sind so aus dem Menschen herausgedacht, mit lauter Zuschreibungen. Wie zum Beispiel das Brehm-Zitat.

    Ich habe mir noch nicht alles angeschaut, aber bisher, so scheint es mir, hast du du dich überwiegend an Bücher/Inhalten anderer abgearbeitet, dich darauf bezogen. Interessanter wäre es sicherlich, wenn du deinen eigenen Gedanken mehr Raum schenkst. Denn die Gedanken anderer sind oft genug nicht interessanter als die eigenen, schon gar nicht beim „Thema“ Tier, da es ohnehin meist in Zuschreibung endet.

    Daher wünsche ich dir mehr Mut für eigene Texte. Wenn es um Tiere geht wird so vieles nicht bedacht und meist endet es nur in den üblichen selbstsüchtigen Parolen, dass man Tiere um der Menschheitwillen schützen müsse usw. Es lässt sich also noch sehr viel neues und wichtiges zu den Tieren sagen.
    Weiterhin gutes Gelingen, mit der übersichtlich gestalteten Seite, und noch mehr gelingen zu eigenen Gedankenartikeln. Bisher kann ich nur erkennnen, dass dir Tiere am Herzen liegen. Aber die genauen Gründe wären auch interessant. Und inwieweit das wirklich umsetzbar ist und wo die Grenze zum Tier verschwimmt? Eine Mücke bringen die meisten gedankenlos um, erst mit der Größe des Tiers steigert sich die Rücksichtsnahme. Wobei das Rind wieder den wenigsten schützenswert erscheint als eine Katze. Und die Schange wird auch weniger geliebt als die Katze. Und was halten eigentlich Katzen vom Vegetarismus? Und viele andere Fragen. Die Natur selber schützt nämlich auch keine Tiere. Tierschutz kann nur der Mensch betreiben. Und dann wäre sehr wohl zu Fragen aus welchen Gründen eigentlich. Und meist sind das rein egoistische Gründe und weniger Tiere als Herzensangelegenheit. Es gäbe da also einiges zu bedenken, und es wäre gut, wenn es immer mehr tun. Der Seite können also ein paar lebhafte Debatten gut tun, die du in echt sicherlich schon geführt hast.

    Deine Fotos sind übrigens sehr gelungen.

    • Hallo Stefan,
      habe Deinen Kommentar gern gelesen, und würde dir auch in vielen Dingen Recht geben. Momentan, das hast Du ja auch schon vorsichtig angesprochen, ist meine Veröffentlichungsquote hier etwas im Keller, weil gerade einige vorrangige berufliche Veränderungen anstehen, aber das wird sich wieder legen. Da Du selber gern zu schreiben scheinst, bist Du natürlich herzlich eingeladen zu einem Gastbeitrag hier, um wieder etwas Leben in den Blog zu bringen 😉
      Grüße, S.

Was denkst Du darüber? Hier einen Kommentar verfassen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s