Roy Lichtenstein beim Metzger

Schon einmal überlegt, was die üblichen Zerlege- bzw. Zerschneidebildchen von Tieren, die die  Metzgereien verwenden, mit moderner Kunst zu tun haben? Beide scheinen sich völlig zu widersprechen, schließlich versteht sich moderne Kunst in ihrem Wesenskern als autonom, also jenseits aller funktionalen Zweckzusammenhänge, wie sie die Zerlegetafeln zweifelsohne verfolgen. Dazu fiel mir vor einiger Zeit ein Werk Roy Lichtensteins auf, die Bull Profile Series. In dieser Druckserie zeigt Lichtenstein die Transformation eines mimetischen, figurativen Bildes in eine geometrische Abstraktion aus elementaren Formen und Farben. Über graduelle Abstufungen verwandelt sich das Tier in seine Struktur bzw. Strukturelemente, bis auch diese schließlich radikal dekonstruiert werden. Es ist kaum möglich, in der höchsten Abstraktionsstufe noch jene Merkmale eines ganzheitlichen Lebewesens zu erkennen – vielleicht gilt das ja auch, und beabsichtigt, für die funktionalen Tafeln der Metzgereien.

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