Vielseitigkeit der Quälerei

Vielseitigkeit der Quälerei

Allenthaben beweinen die Medien gerade den tödlichen Unfall eines „Vielseitigkeitsreiters“. Was individuell zweifellos tragisch ist, verrät in verallgemeinernder Perspektive jedoch schnell die Systematik hinter einem angeblichen Sport, der Tierquälerei immer schon billigend in Kauf genommen hat. Aus der augenblicklichen Tragödie wird so nahezu analytische Konsequenz, die Tier- und Menschenleid in einen logischen Zusammenhang bringt. Die noch viel zu häufig – auch von den unkritisch berichtenden Medien – unreflektierten folkloristischen Züge dieses „Sports“ strotzen nur so vor der Jahrmarktsmentalität eines unsäglichen Schaukampfwettbewerbs, der gesundheitsgefährdende und, wie sich nun zeigte, auch tödliche Gefahr systematisch in den Dienst der Unterhaltung stellt. In gewisser Weise gelingt es den „Vielseitigkeitsreitern“ damit, ebenso modern wie antiquiert zu sein. Nicht zuletzt aus diesem Grund muss derartigen Veranstaltungen auch der Titel „Sport“ vorenthalten bleiben, da einzig unterdrückende Machtverhältnisse ihr Zustandekommen ermöglichen. Dies bleibt in unserer Gesellschaft in der Regel so lange unwidersprochen, wie einzig Tiere die Leidtragenden dieser Auswüchse sind, auf deren Kosten sich ihre Nutznießer sonnen konnten.
Dass die innere Logik dieser Denkart nun auch menschliches Leben beendet, steht zum ausbeuterischen Charakter jener Qualform in keinem Widerspruch: Immer schon ist das, was Menschen Tieren anzutun pflegten, letztlich auch auf diese selbst zurückgefallen.

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