21g Seele – in Federpulver

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Schwer zu sagen, ob die Taube, deren starrer Blick nun in Federpulverform an unserer Terrassentür verewigt ist, überhaupt noch lebt. Mit voller Flügelspannweite, im ungebremsten Flug gegen eine Scheibe. Vielleicht kleben hier aber auch ihre „21g Seele“, jetzt auch bildlich verewigt, schließlich ist auch das Bild nur ein anderes Wort für den Tod – die ägyptischen Hieroglyphen verwendeten für beide Bedeutungen stets das gleiche Symbol.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchte ein amerikanisches Ärzte-Team unter der Leitung von Duncan MacDougall das Gewicht der menschlichen Seele zu bestimmen, indem er Menschen vor und nach dem Tod wog. Er kam im Mittelwert auf 21 Gramm mit Messabweichungen von bis zu 14 Gramm. Das Experiment wurde an Hunden und später an Mäusen wiederholt, die für diesen Zweck teils grausam getötet wurden. Das Ergebnis war, dass Hunde kein Gewicht verloren, Mäuse aber schon, es sei denn, man ließ sie in luftdichten Behältern verenden. Abgesehen von der grausamen Sinnlosigkeit dieser Experimente bleibt der wissenschaftliche Kritikpunkt, dass man nicht automatisch von einem gemessenen Gewichtsverlust auf die Existenz einer vom Körper unabhängigen Seele schließen kann. Es existieren einfachere mögliche Ursachen – wie zum Beispiel das Verdampfen von Flüssigkeit – die zunächst ausgeschlossen (falsifiziert) werden müssten.

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