ZEIT-Online-Worst post ever: „Ist Veganismus gegen die Natur?“

Einige (ethische) Frageformen haben sich im Gefolge der Philosophiegeschichte von selbst disqualifiziert, weil sich der unterstellte Begründungszusammenhang als schlichtweg falsch, als zu suggestiv oder als uneindeutig herausgestellt hat. Auf diesem Weg hat sich ein Repertoire an „unfragbaren“ Fragen entwickelt, die der geisteswissenschaftlich halbwegs gebildete Schreiber tunlichst umgehen sollte, sofern er/sie sich nicht als unfreiwillig unkundig in der Sache ausgewiesen wissen möchte.

Die Frage, ob etwa ein bestimmtes Verhalten „wider die Natur“ sei, gehört zweifelsfrei dazu. Nichts destotrotz hält dies Lydia Klöckner in Ihrem ZEIT-Online Artikel „Ist Veganismus wider die Natur?“ nicht davon ab, mit diesem rhetorischen Taschenspielertrick eine nette Stammtischparole aufzuwärmen und so einen unterstellten Kausalzusammenhang zu generalisieren, der mitnichten argumentativ zulässig ist. Ich gehe davon aus, dass der Autorin die Tradition des von ihr zitierten Naturbegriffs kaum bekannt sein dürfte. Da sie dennoch von diesem folgenschweren Topos Gebrauch macht, will ich ihn hier mit einigen Sätzen kurz einordnen, um die Absurdität bereits der Weiterlesen

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