Rilkes „Panther“, Foucaults Panoptikum und die Google Bildersuche

Für meinen Deutsch-Grundkurs war ich heute auf der Suche nach sinnvollem Material, um das Metrum in Rilkes ‚Panther‘

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt

auf halbwegs interessantem und nicht allzu bemühtem Wege erarbeiten zu lassen. Dazu gehörte ein kurzer Ausflug in die Welt der Google-Bildersuche, den ich hier nur empfehlen kann: Man kombiniere die Suchbegriffe „Zoo“ und „Langeweile“ – herauskommt ein zwar bedrückendes, aber auch einprägsames Durcheinander von Fotografien zu einer Institution, deren kolonial-machtbesessener Ursprung längst klar gemacht haben sollte, dass es für diesen Orte der Quälerei weder Platz noch Verständnis geben sollte.

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Besonders interessant – oder besser: perfide – sind Zoos, wenn sie die Tiere dem menschlichen Blick in Gänze ausliefern Weiterlesen

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1. „Tiere, die dem Kaiser gehören“: Die Ordnung der alten chinesischen Enzyklopädie (Michel Foucault)

In „Die Ordnung der Dinge“ zitiert Foucault eine, von Jorge Luis Borges übernommene, alte chinesische Enzyklopädie, die alle bekannten Tiere der Welt in folgendes, vermeintlich allumfassendes Ordnungsschema bringt Weiterlesen

Stefan Rieger/Benjamin Bühler (2006): Vom Übertier

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