8. Das Zootier als „lebendes Monument des eigenen Untergangs“: John Bergers Blickphilosophie

ImageWarum sehen wir Tiere an?, fragt John Berger in einem der bekanntesten tierphilosophischen Texte. Dass damit keine Bagatelle angesprochen wird, zeigt sich, sobald man selbst einen eigenen Antwortversuch unternimmt: Warum also sehen wir Tiere an? Tun wir das überhaupt noch, müsste man wohl vorweg fragen, denn es scheint keinesfalls mehr selbstverständlich, dass wir Tiere wirklich noch in einem Sinne anschauen, der berechtigterweise als „Blick“, als „Ansehen“ bezeichnet werden könnte. Wir begegnen ihnen zweifellos häufig, aber es hat den Anschein, dass diese Tiere unserer Umgebung kaum noch als eigenständige Wesen wahrgenommen werden. Die mediale Präsenz von Tieren scheint zwar ungebrochen, als Comics, Plüschfiguren, künstlerische Darstellungen und beliebig codierbare Werbeträger sind sie tatsächlich omnipräsent. Diese Feststellung muss jedoch überraschen, setzt man sie in Korrelation zu einer weiteren Entwicklung: Ihre Anwesenheit als Bild scheint sich umgekehrt proportional zu ihrer real fassbaren sozialen Nähe zu verhalten: Sie verschwinden im Alltag oder unterliegen, abgepackt als steriles und nicht mehr als Tier zu erkennendes Nahrungsmittel im Supermarkt, vielfältigen Strategien Weiterlesen

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Philosophie en miniature: Tiere in Zitaten

„Was eine einzige Katze uns lehrt, lehren uns alle: So viel wie möglich nehmen, ohne zu geben, und dann ab in die Falle.“ (Robert Gernhardt) „Alle Natur ist so etwas wie externalisierte Psyche, nicht bloß Spiegel der Seele.“ (Paul Shepard) … Weiterlesen