Gastbeitrag von Dr. Andreas Scheib: Stierkampf als Kulturgut?

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Es ist immer wieder erschreckend, zu welchen Widerwärtigkeiten Geldgier in Verbindung mit politischer Dummheit und vollständiger Ahnungslosigkeit der Bevölkerung führen kann. Ein Beispiel hierfür ist die mehr als zweifelhafte Aktion, die unlängst in Spanien stattgefunden hat und die, philosophisch gesehen, nicht weniger als die Pervertierung eines Begriffs aus dem Bestand des klassischen abendländischen Denkens impliziert.

Es geht darum, dass die öffentliche Tierquälerei, die wir unter dem Namen  „Stierkampf“ kennen, fortan  mit dem peinlichen  Deckmäntelchen des spanischen „immateriellen Kulturgutes“  bedeckt wird. Entsprechende Meldungen, dass auf der Basis einer Abstimmung, die wohl am ehesten einem Volksbegehren vergleichbar sein dürfte, Stierkampf nun gesetzlich als Kulturgut deklariert wird, sind durch die Medien gegangen, haben dabei aber bemerkenswert wenig Resonanz, und, erschütternder Weise, insbesondere beinahe keine negative Resonanz hervorgerufen.  Bedauerlich genug.

Bereits der Begriff des „Stierkampfes“ ist indes zweifelhaft weil irreführend, unterschlägt er doch erstens, dass Weiterlesen

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