Sibylle Lewitscharoff (2011): Blumenberg

Sibylle Lewitscharoffs Figur Hans Blumenberg, jener 1996 verstorbene Münsteraner Philosoph, zitiert gern Wittgenstein: Wenn ein Löwe sprechen könnte, könnten wir ihn nicht verstehen. Im Denken Blumenbergs verbindet sich damit weniger die Einsicht in die grundsätzliche Fremdheit als konstitutivem Abgrund zwischen Tier und Mensch, als vielmehr der von ihm geprägte Gedanke, dass bestimmte Sprachbestände, beispielsweise Metaphern, niemals in Gänze logisch aufgelöst werden könnten, ohne sie dabei wesentlicher Bestandteile und Aussagegehalte ihrer selbst zu berauben. Als sprachlich-komprimierte Ausdrücke sind sie in einer Weise verdichtet, dass sie sich niemals ins „Eigentliche, in die Logizität“, und damit in die vom Menschen privilegierte Form des Wirklichkeitszugangs zurückbringen ließen.

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Lewitscharoffs Blumenberg hält dies glücklicherweise nicht davon ab, über die Mensch-Tier-Beziehung nachzudenken. Seine Überlegungen fallen ernüchternd aus, da sie einen unverstellten Blick auf eine gewalthaltige und grausame Beziehung bieten, wie jener Topos eines frühkindlichen Ursprungsmythos, der die Tiere Weiterlesen

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